Warnzeichen einer Spielsucht

Spielprobleme entwickeln sich oft schrittweise. Die folgenden Anzeichen können auf eine problematische Spielgewohnheit hinweisen:

  • Sie spielen mit Geld, das für Miete, Lebensmittel oder Rechnungen vorgesehen ist.
  • Sie erhöhen den Einsatz, um frühere Verluste auszugleichen.
  • Gedanken ums Spielen lassen sich kaum unterbrechen – auch bei der Arbeit oder in der Familie.
  • Versuche, das Spielen zu reduzieren oder zu stoppen, schlagen wiederholt fehl.
  • Sie verbergen Ihre Spielgewohnheiten vor Angehörigen.
  • Nach Verlusten folgt Unruhe, Reizbarkeit oder Schlafprobleme.

Wenn mehrere dieser Punkte zutreffen, empfiehlt sich ein Gespräch mit einer Beratungsstelle. Eine erste Einschätzung bietet die kostenlose Selbstauskunft der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Selbstsperren und Einzahlungslimits setzen

Lizenzierte Anbieter in Deutschland sind nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 verpflichtet, Spielern Schutzwerkzeuge bereitzustellen. Die wichtigsten Optionen:

OASIS – die zentrale Sperrdatei

OASIS (Übergreifendes Automaten-Spielersicherungssystem) ist die bundesweite Sperrdatei der deutschen Glücksspielaufsichtsbehörden. Eine Selbstsperre über OASIS gilt automatisch für alle regulierten Online-Casinos in Deutschland. Die Sperre kann direkt beim jeweiligen Anbieter oder über das zuständige Regierungspräsidium beantragt werden. Mindestlaufzeit: drei Monate; eine Entsperrung ist frühestens nach Ablauf dieser Frist möglich.

Einzahlungslimits und Spielzeitbegrenzungen

Unabhängig von einer Selbstsperre können Spieler bei lizenzierten Anbietern tägliche, wöchentliche oder monatliche Einzahlungslimits festlegen. Zusätzlich sind Verlustlimits und Echtzeit-Warnhinweise zum Spielverlauf vorgeschrieben. Diese Limits treten sofort in Kraft; eine Erhöhung wird erst nach einer Wartezeit von mindestens sieben Tagen wirksam.

Spielpausen und Kontosperrung

Neben der dauerhaften OASIS-Sperre können Spieler beim Anbieter eine temporäre Spielpause (24 Stunden bis mehrere Wochen) oder eine vollständige Kontosperrung beantragen. Eine Kontosperrung ist dauerhaft und kann nicht widerrufen werden.

Hilfe und Beratungsstellen in Deutschland

Wer Unterstützung sucht, findet in Deutschland mehrere kostenlose Anlaufstellen:

  • BZgA-Hilfetelefon Glücksspielsucht: 0800 1 37 27 00 (kostenlos, täglich 0–24 Uhr). Beratung auf Deutsch und in weiteren Sprachen.
  • Gamblers Anonymous Deutschland: www.anonyme-spieler.org – Selbsthilfegruppen in vielen Städten.
  • Caritas und Diakonie: Bundesweites Netz an Suchtberatungsstellen; Termine über die lokale Kreisstelle.
  • Fachverband Glücksspielsucht e. V.: www.gluecksspielsucht.de – Informationen, Beratungsstellensuche und Selbsttests.

Alle genannten Angebote sind kostenlos und vertraulich. Eine Beratung verpflichtet zu nichts.